Don’t see it – don’t ski it

Wie bereits einmal in unseren Blogs erwähnt, gibt es einige sehr einfache Grundregeln zur Risikoreduktion. Der Grundsatz „Schlechte Sicht – Verzicht“, auch bekannt als „If you don’t see it – don’t ski it“, bedeutet, dass ich mich nicht in mir unbekanntes Gelände vorwagen soll. Kenne ich das Gelände nicht, kann ich nicht beurteilen, ob ich auf einen Felsabgrund zufahre, in Gletscherskigebieten in spaltenreiche Regionen einfahre oder ob ich weiter unten in einer engen und steilen Schlucht lande, aus der ich nicht mehr rauskomme.

Vorsicht bei Abhängen und Schluchten in unbekanntem Gelände | SnowHow
Vorsicht bei Abhängen und Schluchten in unbekanntem Gelände

Ein weiterer Grund zum Verzicht auf unbekanntes Gelände ist natürlich die Einschätzung der Lawinengefahr. Habe ich keine Kenntnis über die Steilheit des Geländes und die aktuelle Schneesituation, ist es mir unmöglich, lawinenbildende Faktoren wie Hangneigung, Windverfrachtungen, gefährliche Durchfeuchtung und Ähnliches zu beurteilen.

Wie kann ich das Gelände kennenlernen?

Bei schlechter Sicht durch Nebel oder dichten Schneefall bleibt nur der Verzicht. Bis sich das Wetter bessert, kann ich mich über das Gelände mit Kartenmaterial und Informationen aus dem Internet (Google-Earth, digitale Karten, Fotos und Ähnliches) informieren. Bei guter Sicht kann man das Gelände beobachten, zum Beispiel während der Liftfahrt oder entlang der Abfahrt auf Pisten in Nähe der geplanten Freeride-Abfahrt. Die beste Möglichkeit, das Gelände kennen zu lernen, hat man bei einer Ski- beziehungsweise Snowboardtour. In den allermeisten Fällen fährt man ab, wo man aufgestiegen ist. Das ermöglicht eine äußerst detaillierte Geländebeobachtung.

Und noch ein Tipp: „Never trust a local“

Locals haben nicht immer das größte Interesse gute Infos weiter zu geben. Auch gibt es viele Locals, welche jahrelang nur ihre Standards fahren. Darüberhinausgehende Geländeinfos sind sehr oft nur unzulängliche mündliche Überlieferungen.